Kunst im Rathaus: Monika Roser zeigt „Lebendige Vielfalt“

Malerei und Musik kommunizierten! Im Rathaus der Gemeinde Pfinztal gestaltete sich die Vernissage der Bilderausstellung von Monika Roser, die von Rigulf Hefendehl instrumental begleitet wurde, zu einem stimmigen Miteinander. Seit der Jugendzeit fasziniert Monika Roser das Malen. Freischaffende Künstlerin ist sie seit 1986. Eine schwere Erkrankung hat die Ehefrau des Bürgermeisters i.R. Roser in ihrem Schaffen vorübergehend gebremst. Auf dem Weg der Genesung kam der Kontakt mit dem Musiker und Musiktherapeuten Rigulf Hefendehl aus Karlsruhe zustande. Monika Roser ließ sich von der seiner Musik inspirieren und anregen. Und in diesen Musikgenuss kamen auch die Besucher bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus, als eine Synthese aus Mal- und Tonmischungen.

In der Reihe „Kunst im Rathaus“ werden großformatige Bilder und Collagen, die Sequenzen aus Fauna, Flora und des Alltags mit Mode und Theater festhalten, gezeigt. Im Atelier der Künstlerin kommen neben Pinsel und Spachtel, auch Lackspray und Spiritus zum Einsatz. Überraschende Effekte entstehen in Collagen in Kombination mit Acryl, Blattgold, Kupfer, Rost oder Sand. Die 20 gezeigten Werke haben zumeist und bewusst keine Titel und Figuren bleiben ohne Gesichter. „Die Bilder sollen für sich sprechen, den Betrachter nicht festlegen und ihm die Freiheit seiner eigenen Wahrnehmung geben“, sagte Monika Roser. Bewegung, Farbenspiel und Maltechnik verbinden sich so zu wirkungsvollen Aussagen auf Leinwand im Spektrum von „von allem etwas dabei“.

Die subjektive Aussage von Rigulf Hefendehl, improvisiert in Tonspiele, sollte zugleich Atmosphäre einfangen und ausdrücken. Malereien mit Büffel und Wildkatze wurden mit der Querflöte „bespielt“, während „Die Tänzerin“, eine Acryl-Kupfer-Collage, mit dem weichen, glockigen und meditativen Klang der Hapi-Drum charakterisiert wurde. Wer wollte, durfte spontan mit musizieren, dazu standen eine Kantele (Tischharfe) und ein Streichpsalter zur Verfügung. „Jeder sieht und hört was anderes“ war die Quintessenz aus der Synthese vom Material-Mix der Malerei mit der Harmonie der Klänge und damit wurde der expliziten Individualität das Wort geredet.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung „Lebendige Vielfalt“ ist bis 30. Juni, während der Öffnungszeiten des Rathauses, Haupt-straße 70 in Söllingen, zu sehen. Montag bis Freitag von 7.00 bis 12.00 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 13.30 bis 18.00 Uhr.

Die Ausstellung „Pfinztal vor 10 000 Jahren“ ist bis zum 9. Juni im Bürgerhaus in Söllingen zu sehen

Die im Bürgerhaus in Söllingen gezeigte Ausstellung „Pfinztal vor 10.000 Jahren“ soll mit dem Untertitel „Die Geschichte unserer Vorfahren, ist ein Teil unserer Geschichte“ einen Bogen von der Mittelsteinzeit bis in das dritte Jahrhundert nach Christus schlagen. Mit der als Führungsausstellung konzipierten, an den Lehrplan angepassten Dokumentation, hat das Römermuseum Remchingen explizit für den Heimatverein Pfinztal innerhalb der gemeinsamen Kooperation einen umfassenden Blick in die Vorzeit der Region zusammengetragen. Das auf die antike und frühchristliche Religionsgeschichte des Pfinztals spezialisierte Römermuseum in der Nachbargemeinde im Enzkreis hat darüber hinaus mit der zeitgleich im eigenen Haus, Niemandsberg 4, Wilferdingen, gezeigten Sonderausstellung „Die ersten Christen im Nordschwarzwald“ den zeitlich nahtlosen Anschluss an die Ausstellung in Söllingen ermöglicht. Im Bürgerhaus sind es zumeist Texte, dazu auf Gemarkung Pfinztal entdeckte Fundstücke, das angefertigte Modell einer „Villa Rustica“ und Ziegel aus der Zeit der Römer, die Beleg davon geben, dass das Pfinztal bei Geschichtsforschern und Archäologen als reichhaltige Gegend gilt. Das Pfinztal, das beiderseits des ihm den Namen gegebenen Flüsschens drei große Freiflächen aufweist, die erste bei Söllingen, die beiden anderen weiter bachaufwärts im Enzkreis, aufweist, war im ersten Jahrhundert vor Christus völlig unbewohnt.

Die Ausstellung „Pfinztal vor 10.000 Jahren“ ist chronologisch aufgebaut, informiert Jeff Klotz, der Leiter des Römermuseums Remchingen und Direktor der Kultur- und Museenlandschaft Nordschwarzwald. Die Mittelsteinzeit gilt als Beginn des Umbruchs. Im sechsten Jahrtausend vor der Zeitenwende wurden die Wälder gerodet. Die Gliederung der Ausstellung erfolgt in Themenbereichen, etwa „Wie kam die Landwirtschaft zu uns“, „Wie entwickelte sie sich“ und „Was wurde angebaut - mit Getreidesorten“. Erläutert werden auch die dazu gehörigen Kulturen, angefangen von der Linien-Band-Keramik-Kultur, über die Kelten zu den Römern.

Die Vor- und Frühgeschichte mit über Jahrtausende bestehenden Parallel-Kulturen sei ein schwieriges Feld, sagte Jeff Klotz. Antworten will die Ausstellung geben und somit die Heimatgeschichte näher bringen, sagte Hans Weiß, der Vorsitzende des Heimatvereins Pfinztal. Gerade sind in der Gemeinde Pfinztal die Römer, die bis 260 nach Christus die Gegend bevölkerten, wieder in vieler Munde. Bei Grabungen im Gewann „Heilbrunn“ in Söllingen stieß man jüngst auf Gebäudereste. Wurde zunächst eine „Villa Rustica“, ein römischer Gutshof, vermutet, deutet die Fundstelle inzwischen auf eine römische Siedlung, genannt „Vicus“, hin, berichtete Jeff Klotz.

Kontakt: Die Ausstellung „Pfinztal vor 10.000 Jahren“ ist bis zum 9. Juni, jeweils mittwochs von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr, im Bürgerhaus, Hauptstraße 57, in Söllingen zu sehen. An den Sonntagen und am Schlusstag (Pfingstmontag), jeweils um 14 Uhr, gibt es eine Führung mit Jeff Klotz durch die Ausstellung. Informationen für Sonderführungen außerhalb der Öffnungszeiten unter Telefon 07240 62-141.

Die Ausstellung „In Nomine Patris – die ersten Christen im Nordschwarzwald“ im Römermuseum in Remchingen-Wilferdingen, Niemandsberg 4, ist bis 28. Dezember – jeweils freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr zu sehen.